Roter Vogel erzählt

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Zitkala-Ša

Mit Illustrationen von Angel de Cora
Aus dem Englischen von Frank Elstner und Ulrich Grafe

Die Geschichten einer Dakota

400 Seiten
Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-938305-70-6
1. Aufl. 2015

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Artikelnummer: ISBN: 978-3-938305-70-6 Kategorie: Schlagwörter: ,

Beschreibung

Zitkala-Ša – Roter Vogel – ist der selbstgewählte indianische Name der 1876 geborenen Dakota-Indianerin Gertrude Simmons Bonnin, unter dem sie ihre Texte in verschiedenen Zeitschriften und in ihren Büchern veröffentlichte.
Die Jahre unbeschwerter Kindheit bei ihrem Stamm wie auch die traumatischen Erlebnisse an einer Boarding School in Indiana, im »Land der roten Äpfel«, sind neben anderen Erzählungen Gegenstand ihres 1921 veröffentlichten Buches »American Indian Stories«. Bereits 1901 erschien ihr erstes Buch, »Old Indian Legends«, eine Sammlung traditioneller Geschichten ihres Stammes.
Sie war eine Aktivistin der Indianerbewegung. In Zeitungsartikeln und zahlreichen öffentlichen Vorträgen, von denen mehrere in diesem Buch enthalten sind, setzte sie sich vehement für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner ein. Ihr Wirken trug dazu bei, dass nach vielen Jahren der Hoffnungslosigkeit und der Entwurzelung wieder indianisches Selbstbewusstsein aufkeimen konnte.
»Roter Vogel erzählt« enthält die Texte der beiden von Zitkala-Ša veröffentlichten Bücher und weitere faszinierende Texte aus ihrer Feder, so zum Beispiel einen umfangreichen Zyklus von Legenden, der erst in den 1990-er Jahren in ihrem Nachlass gefunden wurde.

Zitkala-Ša

Zitkala-Ša wurde 1876 als Gertrude Simmons auf der Yankton-Sioux-Reservation in South Dakota geboren. Sie war die Tochter der Yankton-Dakota Táte I Yohin Win (Reaches for the Wind), der die Missionare den Taufnamen Ellen Simmons gegeben hatten, und eines weißen Händlers namens Felker. Zitkala-Ša – Roter Vogel – war ihr späterer selbstgewählter Name, unter dem sie ihre Texte veröffentlichte und durch den sie ihre indianische Identität hervorstrich. Sie wuchs bei ihrer Mutter und ihrem Bruder auf und genoss eine traditionelle indianische Erziehung. Im Alter von acht Jahren wurde sie in eine Boarding School (White’s Manual Labor Institute in Wabash, Indiana) gebracht, einer Internatsschule für indianische, aber auch für arme schwarze und weiße Kinder. Später studierte sie einige Zeit am Earlham College in Indiana, wo sie ihre englischen Sprachkenntnisse perfektionierte. Eine Zeitlang war sie als Lehrerin an der berühmten Carlisle-Indianerschule tätig.
Des Weiteren lernte sie bereits auf der Internatsschule Piano und Violine zu spielen. 1910 begann sie gemeinsam mit dem weißen Komponisten William F. Hanson eine Oper zu komponieren, die „Sun Dance Opera“, die 1913 in Vernal, Utah, uraufgeführt wurde.
Zitkala-Ša engagierte sich nachdrücklich für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner. Sie war Sekretärin der stammesübergreifenden Vereinigung Society of American Indians, die von 1911 bis 1923 existierte und u. a. für die Anerkennung der US-amerikanischen Staatsangehörigkeit der Indianer kämpfte. 1926 gründete sie den National Council of American Indians, der sich für die Bürgerrechte der Indianer, bessere Bildungsmöglichkeiten, ein besseres Gesundheitswesen und kulturelle Anerkennung und Förderung einsetzte. Sie war eine scharfe Kritikerin der Politik des Bureau of Indian Affairs (Behörde für Indianerangelegenheiten), welches u. a. dafür verantwortlich war, dass es indianischen Kindern strengstens verboten war, sich an den Schulen in ihren Muttersprachen zu unterhalten.
Sie sammelte indianische Legenden, von denen ein Teil 1901 in ihrem ersten Buch „Old Indian Legends“ veröffentlicht wurde, das von der Winnebago-Indianerin Hinook-Mahiwi-Kalinaka (Angel de Cora) illustriert wurde, welche gemeinsam mit ihr als Lehrerin an der Carlisle-Schule tätig gewesen war. 1921 brachte sie ein weiteres Buch, „American Indian Stories“, das autobiographische Texte und andere Erzählungen, die sie zuvor in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht hatte, enthielt. Eine umfangreiche Sammlung weiterer Legenden, die sie aufgezeichnet hatte, wurde erst in den 1990-er Jahren entdeckt und erstmals 2001 veröffentlicht.
Zitkala-Ša starb 1938 in Washington.

Frank Elstner

Frank Elstner, geb. 1963 in Heiligenstadt, ist promovierter Physiker. Seine Arbeit als Physiker führte ihn für mehrere Jahre nach Limoges und Toulouse. Heute ist er freischaffend als Übersetzer, Autor und Fotograf tätig und lebt in Chemnitz.
Für den Campus Verlag übersetzte er John McNeills „Blue Planet. Die Geschichte der Umwelt im 20. Jahrhundert“ aus dem Englischen. Für den Palisander Verlag übersetzt er Werke des Autors Roland Habersetzer aus dem Französischen.

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